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Unsere Sicht – 12 Frauen aus Srebrenica

#EVERYDAYSREBRENICA
Unsere Sicht – 12 Frauen aus Srebrenica
Ausstellung vom 02. Juli bis voraussichtlich 31. Juli 2026
📍 Anne’s Küche, Hotterstraße 16, 80331 München
Über die Ausstellung
Vor mehr als 30 Jahren wurde in Srebrenica ein Genozid an Bosniakinnen verübt. 8.372 Menschen wurden ermordet, überwiegend Männer und Jungen. (1) Hunderte Frauen und Mädchen wurden ebenfalls getötet, viele weitere Frauen überlebten sexualisierte Kriegsgewalt und verloren ihre Familien, Freundinnen und Nachbar*innen.
Wie lebt man weiter nach einem solchen Verlust?
Die Ausstellung „Unsere Sicht – 12 Frauen aus Srebrenica“ gibt darauf keine einfachen Antworten. Sie zeigt Fotografien von zwölf Frauen – bosniakischen und serbischen Frauen, teilweise ehemaligen Nachbarinnen –, die ihren Alltag selbst dokumentierten. Ihre Bilder erzählen von Krieg und Trauer, aber auch von Mut, Rückkehr und dem schwierigen Versuch, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Münchner Fotografin und Fotokünstlerin Barbara Hartmann begleitete die Frauen über viele Jahre. Bei gemeinsamen Bildbesprechungen legten sie ihre Fotografien auf den Tisch. So entstanden Gespräche über Verlust, Erinnerung und das alltägliche (Über-)Leben nach dem Krieg.
Die Fotografien zeigen nicht den Blick von außen auf Srebrenica. Sie zeigen den Blick der Frauen selbst. Die Kamera wird zum Werkzeug der Erinnerung, der Selbstbehauptung und der Erzählung einer Geschichte, die bis heute nachwirkt.
„Diese privaten Fotografien unterscheiden sich grundlegend von all dem, was bislang von professionellen Kriegsfotografen bekannt wurde. Die Frauen, die meist nur Objekt vor der Kamera sind, nehmen den Fotoapparat selbst in die Hand und fotografieren die Spuren des Krieges aus ihrer Sicht.“ — Petra Bopp
Die Ausstellung ist auf Deutsch, Bosnisch und Englisch zu sehen und auch online abrufbar unter: www.srebrenica-frauen.org
Warum diese Ausstellung in München?
Rund 200.000 Menschen mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien leben heute in München. Viele von ihnen kamen als Gastarbeiter*innen, andere als Geflüchtete während der Kriege der 1990er Jahre. Ihre Geschichten, Erinnerungen, Verluste und Hoffnungen sind Teil der Stadtgesellschaft geworden.
Dreißig Jahre nach dem Genozid von Srebrenica möchte ausARTen einen Raum schaffen, in dem Erinnerung sichtbar wird, Begegnung möglich bleibt und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch kommen können.
Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur und als Einladung, sich mit den Folgen von Krieg, Vertreibung und Gewalt auseinanderzusetzen – damals wie heute.
Ausstellungsinformationen
📅 Ausstellung: 02. Juli bis voraussichtlich 31. Juli 2026
🕙 Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 20 Uhr
📍 Ort: Anne’s Küche, Hotterstraße 16, 80331 München
© Mirsada – everydaysrebrenica (2015)
Vernissage & Gespräch
#everydaysrebrenica
Frauen zu Srebrenica
Ihre Sicht. Ihre Geschichten.
📅 Donnerstag, 02. Juli 2026
🕢 Einlass: 18:30 Uhr
🕖 Beginn: 19 Uhr
📍 Ort: Anne’s Küche, Hotterstraße 16, 80331 München
Anlässlich der Ausstellung „Unsere Sicht – 12 Frauen aus Srebrenica“ laden wir zu einem Gespräch mit Frauen ein, die den Krieg, den Genozid von Srebrenica und die Jahre danach aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt, dokumentiert und begleitet haben.
Dreißig Jahre nach dem Genozid kommen Überlebende, Zeitzeuginnen, Helferinnen und Dokumentierende miteinander ins Gespräch. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erinnerungen, Erfahrungen von Verlust und Überleben sowie die Frage, wie Erinnerung heute weitergetragen werden kann.
Teilnehmerinnen
© Mirsada A.
Mirsada A.
Überlebende aus Srebrenica
Mirsada A. wurde 1972 in Zvornik geboren und lebte bis 1995 mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Srebrenica.
Ihr Mann galt seit dem Genozid von Srebrenica als vermisst. Erst im Jahr 2010 konnte sie die sterblichen Überreste ihres Mannes in Potočari beerdigen.
Nach ihrer Deportation aus Srebrenica lebt Mirsada mit ihrer Familie in Tuzla. Ihre Geschichte steht für Verlust, Erinnerung und die Kraft, trotz allem weiterzuleben.
© Dubravka M.
Dubravka M.
Zeitzeugin aus Srebrenica
Dubravka M. wurde 1955 in Bijeljina geboren und lebt heute wieder in Srebrenica. Sie ist Mutter von drei Kindern.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit und vieler Herausforderungen entschied sich ihre Familie, in Srebrenica zu bleiben.
„Srebrenica ist unsere Heimat. Meine Biografie ist mit dieser Stadt verwoben. Ich habe mir immer gewünscht, mit allen Menschen Seite an Seite zu leben. Ich erinnere mich gern an unsere gemeinsame Zeit. Leider sind wir nicht mehr zusammen.“
© Barbara Hartmann
Barbara Hartmann
Fotografin und Initiatorin des Projekts
Die Münchner Fotografin und Fotokünstlerin Barbara Hartmann initiierte das Projekt „Unsere Sicht – 12 Frauen aus Srebrenica“. Mit 200 Einwegkameras reiste sie nach Tuzla und Srebrenica, um gemeinsam mit zwölf Frauen einen fotografischen Raum für Erinnerungen, Erfahrungen und Perspektiven zu schaffen.
Ihre Arbeiten führten sie unter anderem nach Afghanistan, Sri Lanka, Uganda, in die Ukraine, nach Bulgarien, in die Elfenbeinküste und in die Demokratische Republik Kongo.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Menschen, Erinnerung und gesellschaftliche Fragestellungen.
© Barbara Hartmann
Dr. Monika Kleck
Pädagogin, Traumaforscherin und Wegbegleiterin
Monika Kleck ging 1994 im Rahmen ihres Heilpädagogikstudiums nach Tuzla und arbeitete im psychosozialen Programm der Organisation Amica. Nach dem Fall von Srebrenica unterstützte sie Frauen und Kinder, die nach Tuzla geflohen waren. Aus einem geplanten Jahr wurden zehn Jahre Arbeit in den Bereichen psychosoziale Unterstützung, Bildung und Empowerment. Später engagierte sie sich für die Bürgerstiftung Tuzla und das internationale Schulnetzwerk MIOS. Für ihr langjähriges Engagement wurde sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Tuzla ernannt.
Heute arbeitet sie als Expertin für mentale Gesundheit bei SOS-Kinderdörfer weltweit.
© Vedad Divović für DIE ZEIT
Christine Schmitz
Krankenschwester und Zeitzeugin
Christine Schmitz arbeitete im Juli 1995 als Krankenschwester für Ärzte ohne Grenzen in Bosnien-Herzegowina.
Am 11. Juli 1995 wurde sie Zeugin der Ereignisse rund um den Genozid von Srebrenica. Bereits zuvor war sie für Ärzte ohne Grenzen in Ruanda tätig gewesen.
Bis heute engagiert sie sich dafür, die Geschichten der Menschen von Srebrenica weiterzutragen und gegen das Vergessen einzutreten.
Veranstalter
Förderung
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München sowie Zukunft Gestalten in Bosnien e.V.
Weiterführende Informationen
Online-Ausstellung
www.srebrenica-frauen.org
Barbara Hartmann
www.barbara-hartmann.de
Zukunft Gestalten in Bosnien e.V.
www.zukunft-gestalten-bosnien.de
#everydaysrebrenica
www.instagram.com/everydaysrebrenica
Hinweis
(1) Unter den im Juli 1995 in Srebrenica getöteten Menschen befanden sich etwa 600 Frauen und Mädchen. Die älteste und die jüngste ermordete Person waren beide weiblich und wurden im selben Massengrab gefunden: Šaha Izmirlić war 94 Jahre alt, Fatima Muhić war ein neugeborenes Baby, das nur wenige Momente lebte.
Quelle: Melina Borćak
Die Veranstaltung ist kostenlos. Aber gerne kannst du einen von dir gewählten Betrag spenden.




