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Solidaritäten und Allianzen in Krisenzeiten

Panel „Solidaritäten und Allianzen in Krisenzeiten“
Datum: 22.10.2025
Uhrzeit: Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Ort: Festivalzentrum SpielART Köşk
Keine Anmeldung erforderlich
Wenn in Deutschland über den israelisch-palästinensischen Konflikt gesprochen wird, sind die Diskussionen oft von starken Emotionen, verhärteten Fronten und schnell erhobenen Vorwürfen geprägt. Antisemitismus und Rassismus werden dabei nicht selten instrumentalisiert – sei es zur Rechtfertigung restriktiver Migrationspolitik oder um gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen. Für differenzierte Auseinandersetzungen und empathisches Zuhören gibt es oft keinen Raum.
Doch wie hängen Rassismus und Antisemitismus eigentlich zusammen? Wie kann eine politische Bildung und zivilgesellschaftliche Praxis aussehen, die beide Phänomene ernst nimmt, ohne sie gegeneinander auszuspielen – gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts? Welche Rolle spielen Medien, deutsche Staatsräson und Politik für Palästinenser*innen und Israelis in Deutschland? Und welche historischen wie aktuellen Beispiele von jüdisch-palästinensischer Solidarität können uns in Deutschland Orientierung geben?
Am 22.10.2025 diskutieren Gäste, die biographisch eng mit Israel und Palästina verbunden sind und sich in ihrer Arbeit mit Dialogförderung, Antisemitismus- und Rassismuskritik beschäftigen im Rahmen des ausARTen Festivals in Kooperation mit dem SpielART Festival.
Sie bringen unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, politischer Bildung, Journalismus und zivilgesellschaftlichem Engagement ein. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Solidaritäten in Krisenzeiten entstehen, wie sie brüchig werden – und wie sie neu gestärkt werden können.
Panel
- Vicky Lessing – BildungsBausteine e.V., Antisemitismus- und Rassismuskritik, jüdisches Empowerment
- Zakariyya Meißner – Coach und Organisationsentwickler, Schwerpunkte: Nahostkonflikt, diskriminierungskritische Arbeit, Extremismus Prävention
- Ilham Bani Odeh – Politikwissenschaftlerin, Empowerment- und Dialogprojekte, BiPoC+ Feminismen*
- Mati Shemoelof – Schriftsteller, Dichter und Kurator. Gründer der Gruppe „Poetic Hafla“, sowie Anu: Jews and Arabs writing in Berlin, ein Kollektiv für jüdisch arabischen Dialog.
Moderation
- Ananya Mehra – Politikwissenschaftlerin und Kulturwissenschaftlerin (LMU München), aktiv in politischer Bildungsarbeit
Vicky Lessing ist freiberufliche politische Bildnerin und Mediatorin. Aktuell studiert sie Antisemitismusforschung in Berlin und arbeitet dort u.a. bei den BildungsBausteinen, Gesellschaft im Wandel und der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main. Sie arbeitet zu Verflechtungsgeschichte und -gegenwart von Antisemitismus und Rassismus und zu Strategien, wie wir miteinander im Gespräch bleiben.
Zakariyya Meißner ist Deutsch-Palästinenser, hat in Freiburg Islamwissenschaft studiert und bringt langjährige Erfahrung in der Prävention islamistischer wie auch rechtsextremistischer Radikalisierung mit. Heute beschäftigt er sich in seiner Arbeit vor allem mit anti palästinensischem Rassismus und setzt sich in verschiedenen Formaten für die gleichwertige Anerkennung palästinensischen Lebens und die Unterstützung von Menschen mit palästinensischen Familienbiographien ein. Im Zentrum steht für ihn die Verpflichtung Deutschlands zu universellen Menschenrechten und die daraus resultierende Verantwortung der Gesamtgesellschaft.
Ilham Bani Odeh ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet an der Schnittstelle von politischer Bildung, transformativer Friedensarbeit und intersektionaler Machtkritik. Sie konzipiert und moderiert Räume für kollektives Lernen, Verständigung und solidarisches Handeln in gesellschaftlich und geopolitisch konfliktbeladenen Kontexten. Ihr Fokus liegt auf der Frage, wie Solidarität als politische Praxis strukturelle Veränderung bewirken kann. Bildung versteht sie dabei als Raum für Reflexion, Verantwortung und soziale Transformation.
Mati Shemoelof ist Schriftsteller, Dichter und Kurator. Er wurde in Haifa/Israel geboren und ist dort aufgewachsen. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Sein Schreibwerk ist vielfältig und umfasst Belletristik, Lyrik, Theaterstücke, Essays und mehr. Seine erste Veröffentlichung in Deutschland war 2019 die zweisprachige Ausgabe des Gedichtbandes Bagdad I Haifa I Berlin im Aphorisma Verlag. Es folgte Das kleine Boot in meiner Hand nenn ich Narbe: Gedichte (Parasitenpresse) im Jahr 2023. In Berlin gründete er die Gruppe Poetic Hafla, die literarische und musikalische Performances organisiert, sowie Anu אנו نحن: Arabs and Jews writing in Berlin, ein Kollektiv für jüdisch-arabischen Dialog. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er als Literaturredakteur tätig und Herausgeber des Literaturmagazins Bridges جْسُور – גשרים.
Ananya Mehra ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München. Ihre Forschungsthemen liegen bei Identitätsnarrativen im deutschen Rassismusdiskurs sowei zivilgesellschaftlicher Bündnispraxis und Solidarität. Neben ihrer akademischen Tätigkeit engagiert sie sich als Unterstützerin bei der Initiative München Erinnern! sowie im Bildungs-Kollektiv “Pastinaken”. Im Frühjahr 2026 erscheint ihr gemeinsam herausgegebener Tagungsband “Mapping Gender Struggles” mit einem Beitrag zu Intersektionalität und feministischer Solidarität.
Es gilt folgender Einlassvorbehalt: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, nationalistische, rassistische, antimuslimische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von den Veranstaltungen ausgeschlossen.
Wichtiger Hinweis: Von dieser Veranstaltung werden Foto- und/oder Filmaufnahmen (inklusive Ton) angefertigt. Wenn du nicht fotografiert oder gefilmt werden möchtest, kannst du direkt den/die FotografIn oder den/die Kameramann/-frau ansprechen.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Aber gerne kannst du einen von dir gewählten Betrag spenden.
