Ritual

Dokumentarfilm RITUAL

ausarten-ritual-Film-2025

Was machen wir, wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben?

Der 22-minütige Dokumentarfilm RITUAL von Bahre Srebrenica sammelt 22 Stimmen aus der ganzen Welt – Künstler*innen, die zeigen, wie Trauer zu Bewegung, Erinnerung und Schöpfung wird.

Der Film ist ein stilles, kraftvolles Porträt des anhaltenden Bedürfnisses der Menschheit, Verlust zu gestalten.

Ein filmisches Mosaik über das Erinnern als Handlung, über Rituale, die uns Halt geben – und über das Atmen als zarteste Form des Weiterlebens.

Über den Film

RITUAL stellt eine einfache, aber tiefgründige Frage: Was tun wir, wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben?

Durch 22 intime Gespräche mit Künstlerinnen und Denkerinnen aus der ganzen Welt untersucht dieser 22-minütige Dokumentarfilm, wie sich das Gedächtnis in Bewegung, Kunst und kollektive Rituale verwandelt. Von Bangladesch bis zum Kaukasus, von Kenia bis Nigeria, von Bosnien-Herzegowina bis Deutschland zeichnet Ritual nach, wie Trauer zu einem dauerhaften Akt der Schöpfung wird.

In Bangladesch erinnern sich Überlebende an die Hungersnot, die durch die britische Kolonialherrschaft verursacht wurde – ihre Tänze werden zu Handlungen des Widerstands und der Erinnerung. Im Kaukasus erinnern traditionelle „Tänze der Trennung – Ağlatan Qafe“ an diejenigen, die gezwungen waren, für das russische Reich zu kämpfen, und verkörpern Abschiede zwischen Menschen, die sich nie wieder begegnen werden. In Kenia und Nigeria wird Bildung zu einem Ritual der Hoffnung – Kinder studieren zu Ehren ihrer Eltern, die alles gegeben haben, um ihnen ein anderes Leben zu ermöglichen. In Deutschland wird das Gedenken durch Wiederholung institutionalisiert – das fortwährende Ritual einer Nation, um sicherzustellen, dass die Schrecken des Zweiten Weltkriegs nie vergessen werden.

In Bosnien und Herzegowina würdigt die nomadische Installation der Künstlerin Aida Šehović mit ŠTO TE NEMA die Opfer des Völkermords von Srebrenica und verwandelt das Gedenken in eine bürgerliche und moralische Pflicht. Ihr Werk steht in einer Linie mit dem Marš Mira (Friedensmarsch) – jenem jährlichen, körperlich erfahrbaren Ritual des Erinnerns, bei dem Tausende Menschen den Weg der Geflüchteten von 1995 zu Fuß zurücklegen. Ein stilles, gemeinsames Gehen gegen das Vergessen.

In München reflektieren Museumsdirektorinnen und Kulturvermittlerinnen über die persönlichen Wurzeln ihrer Arbeit – über Eltern, die ihren Kindern vorlasen und ihnen damit unbewusst eine lebenslange Hüterschaft des Erinnerns übertrugen. Diese Begegnungen verweben sich zu einem globalen Porträt von Trauer als Handlung – eine Sammlung von Menschen, die persönlichen und kollektiven Verlust in Gesten des Sinns verwandeln.

RITUAL ist kein Film über Trauer als Ende, sondern darüber, wie wir die Verstorbenen durch Bewegungen, Praktiken und Disziplinen, die uns an das Leben selbst binden, am Leben erhalten. Ein zutiefst menschliches Mosaik der Widerstands­fähigkeit, das zeigt, dass Erinnern nicht bedeutet, zurück­zu­blicken, sondern immer wieder voranzugehen – in der zerbrechlichen, schönen Beharrlichkeit des Lebens. In jedem Atemzug, der bleibt.

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Über den Filmemacher

Bahre Srebrenica ist Filmemacher, Geschichtenerzähler und Teil des ausARTen-Kollektivs. Mit einem geschulten Auge für Details und einer klaren, poetischen Bildsprache verleiht er unseren Projekten Tiefe und Resonanz. Sein Weg führte ihn von Bosnien über Schweden und Deutschland bis nach Kolumbien – ein künstlerischer Nomade zwischen Welten, Kulturen und Erzählungen.

Über den Filmemacher

Bahre Srebrenica ist Filmemacher, Geschichtenerzähler und Teil des ausARTen-Kollektivs. Mit einem geschulten Auge für Details und einer klaren, poetischen Bildsprache verleiht er unseren Projekten Tiefe und Resonanz. Sein Weg führte ihn von Bosnien über Schweden und Deutschland bis nach Kolumbien – ein künstlerischer Nomade zwischen Welten, Kulturen und Erzählungen.

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Als Gründer von filmb steht Bahre für Werke, die bewegen und prägen. Sein preisgekrönter Kurzfilm „Biciklo“ (2021) – ausgezeichnet u. a. bei den Cannes Film Awards, dem KinoEst Fest in Italien (Publikumspreis) und dem Fecorno Festival in Kolumbien (Special Mention) – zeigt seine Fähigkeit, Emotionen in Bilder zu übersetzen, die lange nachwirken.

Bei ausARTen prägt Bahre Projekte wie Kitchen und Ritual. Er denkt künstlerisch, sozial und strategisch – und hilft uns, Kunst als lebendige Form des Erinnerns zu begreifen. Sein Film RITUAL ist zugleich eine persönliche wie kollektive Erkundung dessen, wie Erinnerung entsteht, sich verwandelt – und in Bewegung bleibt.

Mehr zu seiner Arbeit unter www.bahresrebrenica.com

Ein Abschluss und ein Anfang

Die Filmvorführung RITUAL bildet den Abschluss des ausARTen-Themenjahres 2025, das unter dem Leitmotiv „Rituale · Erinnerungskultur · Gedenkkultur – kollektiv und persönlich“ stand.

Doch sie ist zugleich ein Anfang – ein Anknüpfungspunkt für neue kreative Formen des Erinnerns, die uns auch in Zukunft begleiten werden. Denn gerade in einer Stadt wie München, deren Geschichte Verantwortung und Bewusstsein verlangt, bleibt das Nachdenken über Rituale und Erinnerung untrennbar mit der Frage verbunden, wie wir als Gesellschaft weitergehen, weitertragen – und weiteratmen.

Dokumentarfilm RITUAL

pfeilSonntag, 07. Dezember 2025pfeil

pfeil07. Dezember 2025pfeil

📅  7. Dezember 2025

⌛️  12 Uhr

📍 City Kino München

Dank

Ein besonderer Dank gilt allen, die ihr Vertrauen geschenkt, ihre Geschichten geteilt und uns Einblick in ihre Erinnerungen gewährt haben – für ihren Mut, ihre Offenheit und dafür, dass sie das Unsichtbare sichtbar gemacht haben.

Ritual

Eine ehrenamtlich entstandene Produktion von ausARTen – Perspektivwechsel durch Kunst in Kooperation mit filmb, unterstützt durch das Münchner Forum für Islam e.V. (MFI).

Realisiert vom Studio B-Team: Bahrudin Srebrenica, Kornelio Papić und Erkan Inan.

© ausARTen & filmb – alle Rechte vorbehalten.

Der Film RITUAL ist ein gemeinsames Werk von ausARTen – Perspektivwechsel durch Kunst und filmb. Beide Partner verfügen über die vollen Nutzungs- und Vorführrechte. Die inhaltliche und rechtliche Verantwortung für den Film liegt ausschließlich bei Bahrudin Srebrenica (Regie, Konzept und künstlerische Leitung). Die Produktion erfolgte in künstlerischer. EigenständigkeitausARTen – Perspektivwechsel durch Kunst und das Münchner Forum für Islam e.V. übernehmen keine inhaltliche Haftung. Die Konzeption und kreative Umsetzung des Films entstanden in voller künstlerischer Freiheit, im engen inhaltlichen und kuratorischen Dialog mit dem ausARTen-Kollektiv.

Grußwort für das AusARTen-Festival

Liebe Münchnerinnen, liebe Münchner, das AusARTen-Festival wirbt für einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel mit Hilfe von Kunst und Kultur. Es hat zum Ziel, mit den Teilnehmenden neue Wege zu erkunden, wie sich Freiheit, Toleranz und Akzeptanz erkämpfen lassen, auch und gerade für Mitmenschen, die von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung betroffen sind. Wie wäre unsere Gesellschaft frei von Rassismus und Hass?, diese Frage schafft einen Möglichkeitsraum, in dem ohne Zwänge und Ängste reale Utopien erdacht und religiöse und kulturelle Grenzen überwunden werden. Dabei haben die jungen Akteurinnen und Akteuren die Möglichkeit, sich vorurteilsfrei zu begegnen und kulturübergreifend voneinander zu lernen. Die Landeshauptstadt München unterstützt das AusARTen-Festival. Besonders erfreulich ist der inklusive Ansatz. Als visionäres und intersektionales Festival findet es dieses Jahr bereits zum sechsten Mal statt. Ich freue mich, dass ich als Bürgermeisterin die Schirmpatenschaft für AusARTen übernehmen darf. Ein besonderes Festival wünscht Ihnen Katrin Habenschaden Bürgermeisterin