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Frauenbilder aus der NS-Zeit: Wie gehen wir mit fragwürdigen Kunstwerken und Denkmälern um?

27. Oktober @ 19:00 - 21:00

Kostenlos
ausARTen Transalpine: Frauenbilder aus der NS-Zeit

Veranstaltung im Rahmen des Transalpine Festivals 2022

Bis heute finden sich in München Denkmäler, Kunstwerke oder Erinnerungszeichen, die hegemoniale Männlichkeitsbilder bedienen. Und dies auch, wenn eigentlich Frauen abgebildet werden. Die Frau dient als Projektionsfläche männlicher Vorstellungen. Diese Denkmäler und Darstellungen haben ihre Wirkkraft aber nicht nur in der Vergangenheit entfaltet. Sie werden noch heute z.B. von der sogenannten neuen Rechten adaptiert und ihre Bildsprache etwa in sozialen Netzwerken weiterverwendet.

Heute stellt sich die Frage, wie mit diesen problematischen Erinnerungsorten umzugehen ist: Sollte man sie erklären, einordnen, verhüllen, abreißen, ersetzen? Sollen sie unkommentiert bleiben, wie sie sind? Wir wollen diese Fragen ausgehend von einem konkreten Beispiel, einem Bild im Foyer des Max-Josef-Stifts, eines staatlichen Mädchengymnasiums in München, diskutieren.

1938 als Prestigeobjekt des Nationalsozialismus eingeweiht, findet sich im Foyer bis heute ein Wandgemälde, das von den Nazis in Auftrag gegeben wurde. Darauf wird das arische Frauenbild – athletisch, blond, ohne erkennbare Individualität – verherrlicht und den Schülerinnen als Vorbild präsentiert. Bis vor einigen Jahren hatte man an der Schule noch keinen klaren Umgang mit dem Wandgemälde gefunden: Über die Jahrzehnte wurde es mal verhüllt, mal ignoriert. 2018 erhielt die Diskussion um das Gemälde neuen Schwung, als Schüler:innen einer damaligen zehnten Klasse beschlossen, dass sie sich eine aktive Gedenkkultur und Auseinandersetzung mit der Geschichte der Schule wünschen – und sie begannen konkrete Ideen für eine kritische Kommentierung des Gemäldes zu entwickeln.

Die Ideen, die pandemiebedingt stagnierten, sind nicht vergessen. Nun muss und soll weiter diskutiert werden, wie man das Gemälde angemessen einordnen und seinen Ort als historischen Lernort nutzen kann. Die Podiumsdiskussion, die das Gymnasium Max-Josef-Stift in Kooperation mit dem ausARTen-Festival organisiert, soll hierfür der Auftakt sein, der weitere Aktivitäten der Schülerinnen ermöglicht.

Unsere Gäst:innen:

  • Viktoria Rösch ist momentan am Institut für Soziologie der TU Dresden als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und schreibt an ihrer Dissertation zum Thema „Politische Körper, Politisierte Körper – Zur medialen Konstruktion von Weiblichkeiten in der neuen Rechten”. Sie wird das Bild im Foyer des MJS historisch einordnen und einen Bogen zum Frauenbild der heutigen neuen Rechten spannen.
  • Werner Karg arbeitet im Referat VII.2 des Bayerischen Kultusministeriums. Dort beschäftigt er sich u.a. mit Erinnerungskultur und wird uns einen Einblick in die Arbeit des Kultusministeriums im Umgang mit Relikten der NS-Herrschaft geben.
  • Yui Fuchs ist Schülerin am MJS, besucht die Q11 und hat an einem Schulprojekt zur künstlerischen Überarbeitung des Projekts teilgenommen.
  • Mariel Rodriguez lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Wien. Ihr Interesse liegt an den Schnittstellen von Visual, Gender, Postcolonial und Critical Studies. Sie wird uns vom „schreienden Denkmal” in Linz berichten, das sie zusammen mit ihrer Kollegin Sabrina Kern entworfen hat. Das Denkmal soll an die Frauen erinnern, die während des NS-Regimes Widerstand geleistet haben und bildet so den Kontrapunkt zu dem NS-Bild in der Eingangshalle des MJS.
  • Katharina Willimski ist Stellvertretende Schulleiterin am Max-Josef-Stift (MJS) in München. Sie war in ihrer früheren Tätigkeit am Kultusministerium unter anderem als Mitgestalterin des Erinnerungsortes Olympiaattentat München 1972 tätig. Sie wird somit zu einem aus ihrer Erfahrung als Lehrerin am MJS, als auch aus ihrem früheren Arbeitsfeld berichten können.

(Künstlerische) Rahmung des Abends: Szenische Lesung mit und von Stefan Hunstein und Schülerinnen des MJS.

Transalpines Festival Details

Datum

27.10.22

Transalpines Festival Gäste

Uhrzeit

19 – 21 Uhr
(Einlass 18:30)

Transalpines Festival Moderation

Ort

Max-Josef-Stift (Aula)
Mühlbaurstraße 15
81677 München

Transalpines Festival Kuration

Moderation

  • Julia Ley
    Journalistin
  • Bettina Mehić
    Lehrerin am MJS
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ausARTen Transalpines Festival: Frauenbilder aus der NS-Zeit
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Details

Datum:
27. Oktober
Zeit:
19:00 - 21:00
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,
Veranstaltung-Tags:
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Veranstaltungsort

Max-Josef-Stift

Veranstalter

ausARTen in Kooperation mit dem Gymnasium Max-Josef-Stift (MJS)

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Grußwort für das AusARTen-Festival

Liebe Münchnerinnen, liebe Münchner,

das AusARTen-Festival wirbt für einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel mit Hilfe von Kunst und Kultur.

Es hat zum Ziel, mit den Teilnehmenden neue Wege zu erkunden, wie sich Freiheit, Toleranz und Akzeptanz erkämpfen lassen, auch und gerade für Mitmenschen, die von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung betroffen sind. Wie wäre unsere Gesellschaft frei von Rassismus und Hass?, diese Frage schafft einen Möglichkeitsraum, in dem ohne Zwänge und Ängste reale Utopien erdacht und religiöse und kulturelle Grenzen überwunden werden. Dabei haben die jungen Akteurinnen und Akteuren die Möglichkeit, sich vorurteilsfrei zu begegnen und kulturübergreifend voneinander zu lernen.

Die Landeshauptstadt München unterstützt das AusARTen-Festival. Besonders erfreulich ist der inklusive Ansatz. Als visionäres und intersektionales Festival findet es dieses Jahr bereits zum sechsten Mal statt.

Ich freue mich, dass ich als Bürgermeisterin die Schirmpatenschaft für AusARTen übernehmen darf.

Ein besonderes Festival wünscht Ihnen
Katrin Habenschaden
Bürgermeisterin

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